Goldbarren - Herstellung und Handel



Kilo Goldbarren

Geschichte und Entwicklung - Die ältesten archäologischen Goldfunde datieren etwa auf 4500 v. Chr. und wurden im Jahr 1972 im bulgarischen Warna am Schwarzen Meer entdeckt. Anfangs überwiegend für religiöse Artefakte, sowie als Status- und Schmuckobjekt verwendet, zeichneten sich bald die deutlichen Vorteile von Gold und anderen Edelmetallen als perfekte Wertspeicher und begehrte Handelsgüter ab.

Seit etwa 4000 Jahren werden Goldbarren in den verschiedensten Formen, Größen und Formaten als Tausch- und Zahlungsmittel verwendet. Münzen entwickelten sich erst wesentlich später aus den ursprünglichen Handelsbarren (ab dem 6. Jahrhundert v. Chr.), ersetzten diese aber niemals völlig. Im Gegensatz zu Anlagemünzen tragen moderne Barren zumeist punzierte Angaben zur Reinheit, Gewicht und Hersteller, aber keinen aufgeprägten Nennwert.
Auch heute noch spielen Feingoldbarren eine wichtige Rolle als leicht handelbare Geldanlage und Absicherung für Krisenzeiten. Im Lauf von Jahrtausenden hat Gold nichts von seinem materiellen Wert und seiner Bedeutung verloren.
Viele Währungssysteme kamen und gingen, aber Edelmetalle haben nie ihre wichtige Funktion als Geldmittel verloren.


Die Herstellung - Bei der Herstellung kleinerer Goldbarren (Prägebarren) werden gewöhnlich Rohlinge aus einem Edelmetallblech ausgestanzt und anschließend mit Prägestempeln ein- oder beidseitig geprägt.
Gegossene Goldbarren entstehen in einer speziellen Gussform, in der eine genau abgewogene Menge Feingoldgranulat geschmolzen und anschließend punziert wird. Typisch sind hierbei die konzentrischen Erstarrungsringe an der Oberfläche des Barrens sowie ein gröbere Textur an den Seiten und am Boden. Das Bild rechts zeigt den Produktionsvorgang von Goldbarren bei Heraeus.
Aufgrund der geringeren Herstellungskosten werden Feingoldbarren im Handel meist günstiger als vergleichbare Anlagemünzen angeboten.


Goldbarrenherstellung bei Heraeus

Weiterführende Informationen zur Barrenherstellung sowie Videos und Bildmaterial finden sich hier: Barrenherstellung.



Goldbarren im Handel - Moderne Barren gibt es in allen Stückelungen, von einem Gramm bis hin zum Kilobarren.
Neben dem metrischen System (Gramm und Kilo) werden vor allem die Feinunzen (ca. 31,103 Gramm) als Maßeinheit genutzt. Im Nahen Osten und in Asien finden zusätzlich Tola (rund 11,664 Gramm) und Tael (rund 37,429 Gramm) Verwendung. Industrie-Standardbarren mit durchschnittlich 400 Unzen Feingold Feingewicht (rund 12,5 Kilo) spielen für die meisten privaten Investoren kaum eine Rolle. Handelsübliche Goldbarren sind normiert, tragen im Regelfall eine individuelle Seriennummer (aufgeprägt oder punziert) und weisen teilweise zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie spezielle hologrammähnliche Techniken auf.
Neben den großen Zentralbanken und institutionellen Investoren werden heutzutage viele Anlagebarren von privaten Geldanlegern gekauft. Wer Goldbarren kaufen möchte, findet im renommierten Preisvergleich Gold.de eine große Auswahl an Goldbarrenprodukten und Händlerangeboten. Bei größeren Barren der geringere Aufschlag (im Vergleich zu Anlagemünzen) auf den Goldkurs interessant.
Bankhandelsfähige Goldbarren werden in Europa von vielen Edelmetallhändlern, Banken und Sparkassen vertrieben und unterliegen nicht der deutschen Mehrwertsteuer. Entsprechend dem Geldwäschegesetz (GwG) bieten viele Händler auch anonyme Tafelgeschäfte unterhalb von 10.000 Euro an.


Goldbarren Detailübersicht

Die geläufigsten Gewichtseinheiten bei Goldbarren sind Feinunzen (eine Feinunze entspricht rund 31,103 Gramm) sowie das metrische System in Gramm und Kilo. Internationale Bedeutung haben aber auch Tael (1 Tael = 37,429 g) und Tolas (1 Tola = 11,664 g).


Akzeptanz und Rückkaufwert von Anlagebarren - Als weltweit wichtigster Handelsplatz für physische Edelmetalle (Silber- und Goldbarren) führt die London Bullion Market Association (LBMA) in London eine sogenannte "good delivery" Liste mit international anerkannten und unabhängig geprüften Barrenherstellern.
Die Anlagebarren dieser zertifizierten Scheideanstalten genießen eine hohe Akzeptanz am Anlagemarkt und werden weltweit bei nahezu allen Banken und spezialisierten Edelmetallhändlern gehandelt.
Akzeptanz und Bekanntheit des Barrenproduzenten spielen auch eine tragende Rolle beim Rückkaufwert. Im Regelfall wird im Handel strikt nach dem Status der Bankhandelsfähigkeit unterschieden und meistens werden nur die Barren von LBMA-zertifizierten Barrenehrstellern ohne empfindliche Abschläge angekauft.

Weltweit bekannte bankhandelsfähige Hersteller von Goldbarren (komplette Liste unter LBMA good delivery) sind z. B.


  • Argor-Heraeus SA - Chiasso / Schweiz
  • C.Hafner GmbH + Co. KG - Pforzheim / Deutschland
  • Heimerle + Meule GmbH - Pforzheim / Deutschland
  • Heraeus Holding GmbH - Hanau / Deutschland
  • Johnson Matthey Ltd - Brampton / Kanada
  • Münze Österreich Aktiengesellschaft - Wien / Österreich
  • PAMP S.A. - Castel San Pietro / Schweiz
  • Schöne Edelmetaal B.V. - Amsterdam / Niederlande
  • The Perth Mint - Perth / Australien
  • Umicore AG & Co. KG - Brüssel / Belgien


Heraeus Kinebar Goldbarren

Seit einigen Monaten werden geblisterte Kleinstbarren offeriert, deren Gewichtsspanne zwischen 0,1 und 0,5 Gramm liegt. Diese Goldbarren im Miniaturformat werden teils im Strukturvertrieb, teils bei Goldsparplänen aber auch von wenigen Händlern offeriert.

In Bezug auf die günstigsten Anbieter auf den gängigen Preisvergleichen liegt die Preisspanne dieser Miniaturbarren zwischen 2800,- bis 4800,- Euro hochgerechnet auf einen handelstauglichen Unzenbarren, dessen Verkaufskurs bei den günstigsten Anbietern in den gängigen Preisvergleichen unter 1140,- Euro liegt (Stand Mai 2017).
Die Produktions- und Verpackungskosten, nicht zuletzt aber auch die exorbitanten Handelsmargen, machen diese Miniaturbarren zu einer denkbar schlechten Anlageform.

Eine weitere Steigerung sind die nahezu mikroskopisch kleinen Goldplättchen mit einem oder wenigen Grains (1 Grain = 0,0648 Gramm), welche auf diversen Auktionsplattformen von mehr oder weniger privaten Anbietern angeboten werden.



Schöne Goldbarren 100g

Historische und exotische Sammelbarren aus Gold - Als ein wertvolles Dokument der Zeit- und Geldgeschichte sind historische Goldbarren oftmals Objekt der Begierde für Numismatiker und Barrensammler.
So erzielen beispielsweise seltene Funde aus Schiffswracks oder archäologische Artefakte regelmäßig Rekordpreise auf internationalen Auktionen.
Seltene und historische Sammelbarren stellen jedoch ein recht schwieriges und leider sehr kostspieliges Sammelthema innerhalb der Numismatik dar. Der manuelle Herstellungsprozess macht jeden gegossenen Goldbarren zum Unikat. Oftmals fehlt eine hinreichende Dokumentation und es gibt zumeist diverse Herstellungsversionen und Varianten mit teilweise höchst unterschiedlichen numismatischen Werten.
Sammelbarren haben in den letzten Jahren zunehmendes Interesse bei Sammlern geweckt. Inzwischen werden bei vielen Händlern Sammelbarren aufpreisig angeboten und auch im Ankauf werden teilweise erhebliche Aufpreise für beliebte Marken und seltene Stücke gezahlt. Bei Sammlern sind hierbei besonders kleinere Gussbarren in den Stückelungen bis maximal 100 Gramm beliebt.

Der schwerste Goldbarren der Welt bringt stolze 250 Kilo (über 8.000 Unzen) auf die Waage, wurde im Jahr 2005 durch die japanische Mitsubishi Materials Corporation produziert und ist offiziell im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet. Der Riesenbarren ist heute Teil einer Goldbarrensammlung im Museum der Toi Goldmine (Toi / Japan).



Weitere Informationen


Auf den nachfolgenden Seiten (Navigation auf der linken Seite) werden die aktiven Goldbarrenhersteller (z. B. Johnson Matthey, Argor-Heraeus, C.HAFNER, Heimerle + Meule, Heraeus, PAMP, Metalor, Rand Refinery, Umicore…) sowie ehemalige Produzenten und Scheideanstalten (z. B. Engelhard, Degussa AG, Schöne, Rothschild…) und deren Produktion von Goldbarren hinterleuchtet und beschrieben.

Das Verzeichnis der Goldbarrenproduzenten wird regelmäßig gepflegt und erweitert. Das Redaktionsteam freut sich über jede Anregung und alle Hinweise.



Kommentare zum Artikel:


16 Kommentare - » Kommentar eintragen

Goldbarren-Wiki - 06.04.2017 - 09:58 Uhr  ✪✪✪✪✪
@Markus K.
Für die Auszeichnungen 2017 sind verschiedene Änderungen vorgesehen. Nominierungen und ein Wahlverfahern stehen dabei im Vordergrund. Das Redaktionstem freut sich über Anregungen.
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Markus K. - 05.04.2017 - 23:08 Uhr  ✪✪✪✪✪
Warum wurden bisher nur europäische Hersteller ausgezeichnet?
Vereinigte Staaten, Australien, Asien, Dubai. Über den Tellerrand hinweg geht da vieles an interessanten Barren.
Kann man eigentlich auch Firmen nominieren?
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Dagobert D. - 29.11.2016 - 18:58 Uhr  ✪✪✪✪✪
Gibt es schon Nachrichten zu den Auszeichnungen der diesjährigen Barrenherstellern?
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Galeo61 - 24.07.2016 - 00:03 Uhr  ✪✪✪✪✪
Ich suche eine Übersicht zu Goldbarren aus Schiffswracks. Die historischen Barren hier sind neuzeitlich.
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Supe - 18.06.2015 - 17:56 Uhr  ✪✪✪✪✪
Prägebarren sind schöner wie Gussbarren!
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Goldfreund - 09.06.2015 - 21:19 Uhr  ✪✪✪✪✪
Gibt es auch Videos von der Herstellung der Prägebarren? War vor kurzem bei einer Prägerei sehr sehr spannend die Herstellung!
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Goldbarren - 15.02.2015 - 14:13 Uhr  ✪✪✪✪✪
Mir fehlen noch die wirklich antiken Goldbarren.
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Goldbarren-Wiki - 16.10.2014 - 19:07 Uhr  ✪✪✪✪✪
@Graphos - Antwort unter: http://www.goldbarren-wiki.de/argor-heraeus-goldbarren.html#kommentare
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Graphos - 16.10.2014 - 14:56 Uhr  ✪✪
Leider ist im ganzen Internet keine Angabe über die Gewichtstoleranz von Goldbarren zu finden. Scheint Grauzone.
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Tschang - 02.08.2014 - 19:35 Uhr  ✪✪✪✪✪
Goldbarren - Wiki ist TOP!
Gut recherchiert, immer zu Verbesserungen bereit.
Einfach eine runde Sache um immer wieder einen Besuch zu machen :-)
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Conni.B - 31.05.2014 - 18:21 Uhr  ✪✪✪✪✪
Danke für die gute Arbeit. Eine super Informationsquelle!
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Ahorn - 18.04.2014 - 22:24 Uhr  ✪✪✪✪✪
Barren sind doch nur Schmuck in Rohform. Gold muss getragen werden! Ahorn :-)
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krone - 15.03.2014 - 00:01 Uhr  ✪✪✪✪
Super Seite!
Fehlen aber noch viele Länder bei den Produzenten wie Türkei und Dubai.
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simon64bonn - 23.02.2014 - 23:54 Uhr  ✪✪✪✪✪
dann ist der begriff der münzbarren wohl missverständlich. habe mir beides angelacht. simon dankt :D
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Goldbarren-Wiki - 26.01.2014 - 00:02 Uhr  ✪✪✪✪✪
Krügerrand sind Anlagemünzen. Auch ohne aufgeprägten Nennwert sind es gesetzliche Zahlungsmittel in Südafrika.
Der Hersteller, die Rand Refinery, stellt aber auch Goldbarren her.
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simon64bonn - 25.01.2014 - 19:43 Uhr  ✪✪✪
zählt der krugerrand ohne nennwert zu den münzen oder barren?
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